Fachkolumne

Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.

John F. Kennedy

Über die Wichtigkeit von Mitarbeiterschulungen muss nicht lange diskutiert werden –Unternehmen, die keinen Wert auf Weiterbildungsmaßnahmen für MitarbeiterInnen legen, riskieren eine Qualitätsminderung und eine Zunahme von Nichtkonformitäten in allen Bereichen.

Daher empfiehlt es sich der Mitarbeiterbildung rechtzeitig ausreichend Beachtung zu schenken.

Auch die Norm ISO 9001:2015 fordert im Bereich Schulungen sehr viel, es werden explizit Nachweise verlangt, die belegen, dass MitarbeiterInnen nicht nur die erforderlichen Kompetenzen besitzen, sondern auch die laufende Weiterbildung geplant, überwacht und bewertet wird.

Doch wie bestimmt man die notwendige Kompetenz der MitarbeiterInnen?

Im Kapitel 5.3 Rollen, Verantwortlichkeiten und Befugnisse in der Organisation wird gefordert, dass MitarbeiterInnen ausreichend über ihre Rolle, Verantwortlichkeiten und Befugnisse informiert sind. Dies wird zumeist über das Organigramm und Stellenbeschreibungen kommuniziert.

Der anschließenden Fort- bzw. Weiterbildung der MitarbeiterInnen ist in der Norm das Kapitel 7.2 gewidmet:

  • Die Kompetenz für Personen, die qualitätsrelevante Tätigkeiten ausüben, muss bestimmt werden, bzw. es muss sichergestellt werden, dass MitarbeiterInnen auf Grundlage angemessener Ausbildung, Schulung oder Erfahrung kompetent sind: Diesbezügliche Nachweise sollten im Zuge des Bewerbungsverfahrens anhand von Zeugnissen, Zertifikaten und Bewerbungstests (inklusive anschließender Bewertung) erhoben werden.
  • Maßnahmen einleiten, um benötigte Kompetenz zu erwerben und die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfen: Der Schulungsbedarf muss erhoben, die Schulungen müssen geplant und durchgeführt und die Wirksamkeit der Schulung muss überprüft werden.

Die Wirksamkeit von Schulungen nachzuweisen kann zu einer echten Herausforderung werden, speziell bei Schulungen, deren Inhalt nicht durch klassische Prüfungsfragen überprüft, bzw. die Sinnhaftigkeit solcher Prüfungsfragen zumindest angezweifelt werden sollte. Hier bieten sich alternativ zwei Methoden der Wirksamkeitsüberprüfung an: Entweder notieren die MitarbeiterInnen vor der Schulung ihre Ziele bezüglich der Schulung und bewerten nach der Schulung, ob die Ziele erreicht wurden. Oder es wird in einem persönlichen Gespräch gleich nach der Schulung oder nach einer gewissen Zeit überprüft, ob die Inhalte der Schulung verstanden wurden. Wichtig ist in diesem Fall die Dokumentation der Wirksamkeitsüberprüfung, da diese Bewertung in weiterer Folge in die erneute Schulungsplanung miteinfließt.

Und so stellt sich jedes Unternehmen der Herausforderung sicherzustellen, dass MitarbeiterInnen nicht nur die notwendige Kompetenz für die Ausübung ihrer Aufgaben bereits mitbringen, sondern diese Kompetenz stetig vertieft und erweitert wird.

Katharina Stadler